Wildledergerben

Es ist Herbst. Traditionell die Zeit, in der geschlachtet, gejagt und verarbeitet wird. Ich habe ein Seminar besucht und gelernt, wie man zu Urzeiten die Häute der Tiere zu Wildleder verarbeitet hat.

Eine Woche lang habe ich mich auf diesen Prozess eingelassen. Vorbereitend bin ich erst einmal viel durch die Herbstlandschaft spaziert, denn wer gerbt, der hält ja erst einmal das Fell eines getöteten Tieres in der Hand. Was ich hier erlebe ist auf der einen Seite Reichtum: durch die Ernte- und Schlachtzeit ist eine Fülle an Nahrungsmitteln vorhanden: die Obstbäume sind reif, Wildpflanzen laden zum Pflücken ein, und Fleisch ist traditionell in dieser Zeit reichlich vorhanden. Auf der Anderen Seite erlebe ich den Tod, das Vergehen. Das will alles eingesogen werden, bedacht und befühlt werden. Dafür nehme ich mir Zeit.

Ich arbeite gerne mit dem Krafttier Reh/Hirsch, dem König des Waldes. Um eine gute, enge und zuverlässige Beziehung zu solchen Geisthelfern zu haben, hilft es ungemein, sich genau mit ihnen auseinander zu setzen, sie zu verstehen, sich mit ihnen zu verbinden. Das Reh, dessen Haut ich gerben durfte, und ich - wir haben nicht zufällig zusammen gefunden. Circa dreissig Stunden habe ich mit meinen Händen "in seiner Haut gesteckt" und dabei viel gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Du möchtest auch ankommen im Herbst, deinen Reichtum spüren und alles unnötige nun sterben lassen? Besuche doch mein Rad Des Lebens- Seminar: Herbst!

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