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"Ich will" - von Fußspuren und über Leichen gehen

Der Wille - Bindeglied zwischen Immateriellem und Materiellem

Die alten Griechen hatten es noch einfach: 

          durch einen reich bevölkerten Götterhimmel erhielten sie Eingaben und Ideen aus göttlicher Hand, sie wurden also bedacht - oder sagen wir es netter: beseelt- von einer Muse, die ihnen eine Einsicht, ein Gedicht, ein Stück, Kunst- oder Bauwerk eingab. Trainiert auf diese Art der Kommunikation musste der "alte Grieche" jetzt nur noch sein Herz befragen, ob es sich richtig anfühlte, ob diese Idee im Einklang mit seinem Universum stand, und ob es möglich war, sie umzusetzen. Und dann machte er sich ans Werk - sein Wille die Idee umzusetzen konnte dabei auch von den Dämonen getrieben sein, die ihn heimsuchten, wenn er es nicht tat.

In diesem früher weltweit verbreiteten Glaubenssystem der Interaktion zwischen Göttern und Menschen, war der menschliche Wille auf eine andere Art als heute nicht frei. Glaubte man einmal von einem göttlichen Wesen einen Auftrag erhalten zu haben, was das mildeste, was einem bei Nichteinhaltung des Auftrages zustossen konnte, schlaflose Nächte.

           Im Gegensatz dazu scheinen wir heute regelrecht befreit. Kein Gott spricht so direkt mit uns, wie es unsere Vorfahren kannten. Was wir tun und was wir lassen liegt viel freier in unserem eigenen Ermessen.

Wenn wir eine Idee haben, gehört diese Idee uns, von Anfang an. Niemand sucht uns heim, wenn wir sie nicht erfüllen. Auch unser Entscheidungsprozess hat sich in vielen Fällen verändert. Eine rationale Herangehensweise an die Umsetzbarkeit von Ideen wird von Kindesbeinen an gefördert, Künstler gehören wohl zu den wenigen Seelen, die heute noch fühlen dürfen, ob sie ihre Idee umsetzen, oder nicht.

 

 

Sehen wir uns einmal genauer an, was heute alles auf uns einprasselt:

 

Eine Idee kommt ja meist nicht allein, sondern mit einem Haufen alternativer Möglichkeiten. Bei einer für uns guten Idee sind wir schon mal geneigt, es auf uns zu nehmen, sie umzusetzen.

Viele Menschen kommen aber

über das Stadium des Planens nicht hinaus.

Oder können ihren vom Volksmund so genannten

Schweinehund nicht überwinden.

Oder verzweifeln an den äußeren Umständen,

die scheinbar gegen Sie und die Umsetzung ihrer Idee sind.

Oder können sich nicht entscheiden, welche

Möglichkeit für sie am passendsten ist.

Und dann kommt ja noch der trickreichste Teil unseres Gehirns hinzu, der uns sagt: "du hast bis heute so überlebt, eigentlich kannst du so weiter machen" - mit seinem ganzen Arsenal an Ängsten und Glaubensmustern...

 

 

...der schamanische Ansatz

In allen schamanischen Traditionen der Welt gibt es einen gemeinsamen Ansatz: der Wille, den Menschen (wieder) mit (s)einem ihm gemäßen Kosmos zu verbinden. In den Rad des Lebens - Seminaren geschieht das langsam und genau, Thema für Thema. Vorgegeben werden dabei von der Natur nur Zeitpunkt und Thema, die eigentliche Erfahrung ist sehr persönlich und individuell. In jedem Seminar verbinden wir uns mit einem von Raum und Zeit unabhängigen Teil unseres Selbst, der uns wichtige Details zu uns, unserem Leben und Handeln näher bringt. Die Details und Angaben sind dabei teils verblüffend, teils berührend und erhellend. 

Durch die Verbindung mit dem, was wir als wirkliches Selbst empfinden können, und durch ein Zwiegespräch mit diesem tiefen Kern in uns, fallen uns Entscheidungen in mancherlei Hinsicht leichter. Der persönliche Weg wird deutlich, durch die stetige Verbindung mit dem eigenen Kern erleben wir auch einen "Zug"-Effekt für das Umsetzen unserer Vorhaben.

"Kind meiner Eltern" - Bewusste Einflüsse

Unsere Ahnen beeinflussen uns. Ihre Geschichte, ihre Entscheidungen haben Einfluss auf unser Leben. Unsere Kultur, unser Glauben, unsere persönlichen Werte - all das beeinflusst uns und unsere Entscheidung- und Willenskraft. Indem wir uns dieser Einflüsse immer mehr bewusst werden, und indem wir unseren persönlichen Kern immer besser kennen lernen und stärken, lernen wir den Willen als ein mächtiges Instrument kennen, für den wir verantwortlich sind.

          Ob wir uns vor einer Entscheidung (eine) weitere Meinung(en) einholen, oder nicht - am Ende müssen wir uns für die von uns getroffene Entscheidung verantworten. Ob wir unser Herz haben mitentscheiden lassen oder nicht - wir tragen die Konsequenzen für unser Tun, unser Körper, unser Geist und unser Wesen werden durch unsere Entscheidungen maßgeblich mit beeinflusst - und es gibt einen Effekt für die Welt um uns herum.

     

      Wenn wir genau werden, geht es nicht nur um die großen Entscheidungen, über die wir hier sprechen. Jede kleine Entscheidung, jedes kleine "ich will" und "ich will (jetzt) nicht" hat einen Einfluss.

Im schamanischen Ansatz bemühen wir uns um eine innere Sättigung (mit sich selbst und seinen Bedürfnissen), die triebgesteuertes, überhastetes Entscheiden überflüssig und sogar unmöglich macht.

 

...und welche Fussspuren hinterlässt du?

mit bestem Gruß an die Freiheit.

Mit bestem Beispiel voran.

Das Thema ist interessant?

Hier gibt es einen weiteren Blogbeitrag zur Entscheidungsfreiheit.

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